Sonntag, den 10.10.2016

KSV Haslach verliert beim KSV Appenweier hauchdünn mit 18:19

Tolle Stimmung bei tollen Kämpfen

 

 


Einen rassigen Kampf auf hohem technischen Niveau und mit letztem Einsatz lieferten sich Mario Harter (oben) vom KSV Haslach und Bernhard Schochenmeier, das der Haslacher in der sechsten Minuten mit technischer Überlegenheit für sich entschied.

 

 

 

Als der Mattenleiter den letzten Kampf zwischen Alexander Sauer vom KSV Appenweier und Felix Stiffel vom KSV Haslach nach sechs Minuten abpfiff, herrschte in der kleinen Kraftsporthalle unbeschreiblicher Jubel und Lärm im Lager des Gastgebers. Denn die drei Siegpunkte für Sauer bedeuteten nach der 18:16 Führung der Kinzigtäler vor dem letzten Kampf den denkbar knappen 19:18 Sieg. Zwar enttäuscht aber erhobenen Hauptes konnten die Haslach von der Matte gehen, denn beide Mannschaften hatten den vielen lautstark mitgehenden Anhängern beider Lager „Ringen pur auf hohem Niveau mit viel Spannung und Leidenschaft“ geboten.

 

Dabei hatte es für den KSV Haslach schon schlecht begonnen. Ausgerechnet einer der stärksten Ringer und zuverlässigsten Punktesammler Viorel Ghita fiel wegen einer Verletzung aus. Ihn ersetzte Mario Harter, der in dieser Saison noch keinen einzigen Kampf bestritten hatte. Und er ersetzte seinen Kameraden ausgezeichnet. Mit glänzender Technik und Einsatz bis zur Erschöpfung rang er seinen Gegner Bernhard Schochenmeier mit technischer Überlegenheit und 4:0 Mannschaftspunkten nieder. Aber der Reihe nach: In den ersten fünf Kämpfen bis zur Pause hatten die Gäste aus dem Kinzigtal lediglich den Schwergewichtskampf gewinnen können. Igor Gavrilita, der von Kampftag zu Kampftag besser in die Gänge kommt, hatte den ansonsten starken Johannes Kiefer nach zwei Minuten mit technischer Überlegenheit besiegt. Die jüngsten Ringer des KSV Haslach, Suleiman Hutak gegen Mohammed Tamer und Elias Merk gegen Sören Götz wurden beide geschultert. Dennoch gebührt ihnen ein Sonderlob, dass sie nicht aufsteckten sondern tapfer auftraten. Nach dem Ausfall von Viorel Ghita traf die Haslacher der zweite Schock. Jonathan Eble, der sich in den bisherigen Kämpfen in hervorragender Verfassung zeigte, führte bereits mit 5:4 Wertungspunkten. Aber da erwischte ihn Franco Kovcs mit einem Blitzangriff auf die Schulter. Zur Pause führten die Renchtäler mit schier uneinholbaren 16: 4 Punkten. Keiner hätte in dieser Situation auch nur einen Groschen auf die Haslacher gesetzt.

 

Dann aber schrieb Krimiautor Alfred Hitchkock das Drehbuch. Es begann eine beispiellose Aufholjagd. Mattenfuchs Vojtech Bendek musste seine ganze Erfahrung einsetzen, um den Ex-Haslacher Edgar Rauch mit 2:0 zu bezwingen – 16:6. Timo Stiffel schulterte seinen gleichaltrigen und gleich schweren Gegner Jan Wacker mit einem wahren Kunstgriff in der dritten Minute – 16:10. Nach Mario Harters Glanzlicht-Sieg stand es nur noch 16:14. Die Halle bebte und schien aus den Angeln zu fallen, als Mihai Ozarenschi mit sehenswerten Kabinettstückchen seinen Gegner Christian Kirn technisch überlegen auskonterte 16:18. Zum Entsetzen der ihre Mannschaft lautstark anfeuernden Anhänger des KSV Appenweier schienen nun alle Felle davon zu schwimmen. Doch Felix Stiffel gelang es nicht, Alexander Sauer so zu beschäftigen, dass keine Punkte mehr zusammenkamen. Seine 0:3 Niederlage bedeutete zugleich auch den Sieg für den KSV Appenweier – schade für die Haslacher. Gewonnen hatte an diesem Abend aber auch der Ringkampfsport, bis zum Nervenzerreißen anspannend, hochklassig doch insgesamt fair

 

Erleichtert gab Trainer Marc Sester nach dem Ringer-Krimi zu: „Wir haben zwar glücklich aber letztendlich dank unseres bedingungslosen Einsatzes und des Glaubens an den Erfolg verdient gewonnen.“

 

„Keinem meiner zehn Jungs kann ich einen Vorwurf machen. Alle haben um jede einzelne Wertung gekämpft, auch als zur Pause beim Stand von 16:4 für Appenweier niemand mehr auch nur noch einen Pfifferling auf uns gesetzt hätte“, kommentierte Trainer Lars Schuler den hauchdünnen Sieg der Renchtäler in letzter Minute.

 

Die Kämpfe im Einzelnen

KSV Appenweier – KSV Haslach 19:18

57 Kg Freistil Mohammed Tamer – Suleiman Hutak SN 4:0

61 Kg Griechisch-römisch Sören Götz - Elias Merk SN 4:0

66 A Kg FS Franco Kovacs - Jonathan Eble SN 4:0

66 B Kg GR Jan Wacker - Timo Stiffel SS 0:4

75 A Kg FS Christian Kirn - Mihai Ozarenschi TÜ 0:4

75 B Kg GR Alexander Sauer - Felix Stiffel PN 3:0

86 A Kg FS Bernhard Schochenmeier – Mario Harter TÜ 0:4

86 B Kg GR Edgar Rauch - Voitech Benedek PS 0:2

98 Kg FS Mehmed Gazi - Josef Kempf TÜN 4:0

130 Kg GR Johannes Kiefer – Igor Gavrilita TÜ 0:4

 

Bezirksjugendliga Breisgau-Ortenau

KSV Appenweier Jugend – KSV Haslach Jugend 23:41

Schon ihren zweiten Sieg in dieser Runde errang die Jugendmannschaft des KSV Haslach gegen den Nachwuchs des KSV Appenweier in dessen Kraftsporthalle. Damit liegen die Kinzigtäler Jungs verlustpunktfrei ganz oben in der Tabelle.

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